Anwaltskanzlei Levkovski

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Was kostet eine Scheidung?

 

Die Gerichts- und die Anwaltskosten hängen von der Höhe des Streitwerts ab. Der Streitwert ist der Wert, über den sich die Parteien vor Gericht streiten.

Die unmittelbaren Kosten der Scheidung umfassen nur die Kosten für die gerichtliche Scheidung einer Ehe.  Die Regelungen über die weiteren Zahlungsverpflichtungen wie z.B. Versorgungsausgleich, Unterhalt und Zugewinnausgleichszahlungen, ziehen weitere Kosten nach sich hin. Hier sind ein paar Beispiele:

-          Eine Regelung des Besuchs- oder des Sorgerechts erhöht den Streitwert um mindestens 800 Euro.

-          Eine Regelung über die eheliche Wohnung erhöht den Streitwert um einen Betrag einer Jahresmiete

-          Eine Regelung des Unterhalts erhöht den Streitwert um den Betrag des Jahresunterhaltes.

-          Beim Hausrat wird dessen Wert als maßgebliche Streitwert berücksichtigt.

-          Bei dem Zugewinnausgleich wird als Streitwert der Betrag angesetzt, der von einem der beiden Ehepartner gefordert wird.

Die Kosten für diese Regelungen sind aber keine Scheidungskosten im eigentlichen Sinne.

Die Kosten lassen sich demnach auch deutlich reduzieren, wenn die Eheleute/Lebenspartner sich einigen können und die Scheidungsfolgen wie Unterhalt, elterliche Sorge und Vermögensangelegenheiten, wie etwa die Aufteilung des Hausrats oder der Wohnung, einvernehmlich selbst regeln können.

Bei einer Scheidung kann der Streitwert nicht immer einfach bestimmt werden, da hier viele Dinge gibt, die gar keinen finanziellen Wert haben, aber für den jeweiligen Partner einen ideellen Wert darstellen.  Bei der Berechnung des Streitwertes spielen gleichermaßen die Einkommensverhältnisse wie das zugrundeliegende Vermögen eine Rolle. Es muss daher im Einzelfall geklärt werden, worum genau gestritten wird und wie hoch der Streitwert ist.

In der Regel wird der Streitwert zunächst nach dem jeweiligen Nettoverdienst der Eheleute/Lebenspartner bestimmt. Zur Berechnung werden hier drei Monatsgehälter beider Eheleute/Lebenspartner zusammengerechnet.

Dabei können auch gemeinsame Schulden oder die Kosten für laufende Darlehen berücksichtig werden. Des Weiteren sind die Unterhaltskosten abzuziehen, und in manchen Fällen werden für jedes eheliche Kind von Seiten des zuständigen Gerichts noch einmal pauschal 250 Euro vom Streitwert abgezogen.

Bei vermögenden Ehepartnern/Lebenspartner werden zum Einkommen noch 10 Prozent vom Privatvermögen und 5 Prozent von einem Betriebsvermögen hinzugerechnet. In solchen Fällen muss jedoch ein Freibetrag in Höhe von 61.000 Euro berücksichtigt werden.

Bei den Ehegatten/Lebenspartner die kein Einkommen und kein Vermögen haben, beträgt der Mindestgegenstandswert bei einer Scheidung 2.000 Euro.

 

Steuerrechtliche Beachtung der Scheidungskosten

Rechtsanwalts- und Gerichtskosten eines Scheidungsverfahrens (einschließlich der Regelungen zum Versorgungsausgleich) können als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden, weil sie dem Steuerpflichtigen "zwangsläufig" entstehen.

Eine anwaltliche Vertretung im Scheidungsverfahren ist gesetzlich vorgeschrieben, weil es hier um erhebliche Auswirkungen für Gegenwart und Zukunft beider Eheleute geht (BFH, Urt. v. 10.3.2016 - VI R 38/13).

Es muss aber zwingend beachtet werden, dass diese Regelung nicht für andere Verfahren wie z.B. Zugewinnausgleich, nachehelicher Unterhalt usw. gilt, und zwar auch dann nicht, wenn sie im Rahmen des Scheidungsverbundes geregelt werden.